{"id":18970,"date":"2026-07-24T15:21:10","date_gmt":"2026-07-24T13:21:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lionsandgazelles.de\/?p=18970"},"modified":"2026-07-27T13:40:20","modified_gmt":"2026-07-27T11:40:20","slug":"warum-fuehrungspositionen-an-attraktivitaet-verlieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lionsandgazelles.de\/?p=18970","title":{"rendered":"Bedenklicher Trend: Warum F\u00fchrungspositionen an Attraktivit\u00e4t verlieren \u2013 und was Unternehmen dagegen tun k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fchrungspositionen: Sie bieten Prestige und Gestaltungsr\u00e4ume, versprechen eine attraktive Verg\u00fctung \u2013 und gelten bis heute als Meilensteine einer erfolgreichen Karriere.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eigentlich gute Gr\u00fcnde, um High Potentials und erfahrene Arbeitskr\u00e4fte f\u00fcr eine Leitungsfunktion zu begeistern. Doch die Kandidat:innen stehen keineswegs Schlange, wenn eine solche Position zu besetzen ist. Ganz im Gegenteil:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine repr\u00e4sentative Befragung, die <a href=\"https:\/\/www.iwkoeln.de\/fileadmin\/user_upload\/Studien\/KOFA_kompakt_und_Studien\/2026\/KOFA-Kompakt_1-2026-Fuehrungsetage.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">KOFA-Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft<\/a> (IW), zeigt: Unter Besch\u00e4ftigten, die derzeit keine F\u00fchrungsverantwortung haben, kann sich gerade einmal jede:r Siebte definitiv vorstellen, eine Position im Management zu \u00fcbernehmen. Weitere 40 Prozent w\u00e4ren allenfalls dazu bereit, wenn die Bedingungen zu ihren Erwartungen und\/oder ihrer Lebenssituation passen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Welche Vorbehalte bewegen diejenigen, die in ihrer aktuellen Situation keine F\u00fchrungsrolle anstreben? Auch hierzu ergeben die KOFA-Daten ein klares Bild: Demnach f\u00fcrchten 77 Prozent die erh\u00f6hte Arbeitsbelastung, 75 Prozent scheuen die gro\u00dfe Verantwortung und immerhin 73 Prozent bezweifeln, dass sich eine F\u00fchrungsposition mit ihrem Privatleben vereinbaren l\u00e4sst \u2013 um nur die drei Top-Bedenken zu nennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Trend zeigt sich ebenfalls deutlich bei den Generationen Y und Z: &nbsp;Von ihnen betrachten nur noch 6 Prozent der Befragten eine F\u00fchrungsposition als prim\u00e4res Karriereziel, wie eine internationale Deloitte-Studie ergab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einerseits streben also immer weniger Menschen in F\u00fchrungsrollen. Andererseits scheiden mit den Babyboomern zahlreiche erfahrene F\u00fchrungskr\u00e4fte aus dem Arbeitsmarkt aus.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das hat Folgen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr C-Level-Rollen beobachten die Branchenexperten von <a href=\"https:\/\/altios.com\/publication\/executive-search-process-timeline-the-6-month-reality-no-one-wants-to-hear\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Altios<\/a> mittlerweile Vakanzzeiten von rund sechs Monaten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und das Problem beschr\u00e4nkt sich nicht auf die obersten Level: Laut <a href=\"https:\/\/www.iwkoeln.de\/studien\/regina-flake-sabine-koehne-finster-fuehrungsetage-leer-was-beschaeftigte-wirklich-zur-fuehrung-motiviert.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">KOFA-Daten <\/a>&nbsp;konnten 2025 \u00fcber 28.000 Stellen in klassischen F\u00fchrungsberufen gar nicht besetzt werden. Dabei ber\u00fccksichtigt diese Zahl nur diejenigen, die vorrangig f\u00fchren. Hinzu kommen weitere Personen mit F\u00fchrungsverantwortung, beispielsweise Teamleitungen, die diese Aufgabe zus\u00e4tzlich zur fachlichen T\u00e4tigkeit \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was Unternehmen selbst tun k\u00f6nnen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gute Nachricht ist: Trotz dieser Entwicklung k\u00f6nnen Unternehmen auch k\u00fcnftig geeignete F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die eigentliche Chance liegt nicht bei den wenigen, die ohnehin f\u00fchren wollen, sondern bei den 40 Prozent, deren Bereitschaft an klare Bedingungen gekn\u00fcpft ist. Wer diese Bedingungen kennt und aktiv adressiert, erschlie\u00dft sich einen Kandidat:innen-Pool, den die meisten Wettbewerber ignorieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders wichtig ist dabei ein glaubw\u00fcrdiges Gesamtpaket, das genau an den drei zentralen Bedenken ansetzt. Wie wir gesehen haben, f\u00fcrchten viele potenzielle F\u00fchrungskr\u00e4fte vor allem eine h\u00f6here Arbeitsbelastung, eine zu gro\u00dfe Verantwortung oder Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Eine moderne, menschengerechte F\u00fchrungskultur mit realistischen Erwartungen, einer ausgewogenen Aufgabenverteilung und flexiblen Arbeitsmodellen kann diese Bedenken wirksam entsch\u00e4rfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das wirkt nat\u00fcrlich nur, wenn die Rahmenbedingungen bereits im Recruiting sichtbar sind, etwa in Stellenanzeigen, auf der Karriereseite und durch authentische Einblicke in den F\u00fchrungsalltag. Wer sich dabei vom Wettbewerb abheben m\u00f6chte, ersetzt allgemeine Versprechen wie \u201eflexible Arbeitszeitmodelle&#8220; durch konkrete Angaben, etwa: \u201eDiese Position kann in Co-Leadership mit reduzierter Stundenzahl besetzt werden&#8220; oder \u201eF\u00fchrung in Teilzeit ab 60 % ist bei uns gelebte Praxis, nicht nur auf dem Papier&#8220;. So wird deutlich, dass es sich nicht um austauschbare Floskeln handelt, sondern die Rahmenbedingungen strukturell im F\u00fchrungsmodell verankert sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Zwischenfazit: Erfolgreich sind heute vor allem Unternehmen, die attraktive F\u00fchrungsbedingungen schaffen und diese glaubw\u00fcrdig kommunizieren.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Doch selbst das \u00fcberzeugendste Angebot verpufft, wenn es die Richtigen nicht erreicht.<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dieses Szenario ist gar nicht so unwahrscheinlich. Das liegt an einem grunds\u00e4tzlichen Problem: Ein gro\u00dfer Teil der geeigneten F\u00fchrungstalente sucht nicht aktiv nach einer neuen Aufgabe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade jene Fach- und F\u00fchrungskr\u00e4fte, die sich eine F\u00fchrungsrolle unter den richtigen Bedingungen durchaus vorstellen k\u00f6nnen, sind h\u00e4ufig erfolgreich in ihrem aktuellen Unternehmen besch\u00e4ftigt und deshalb \u00fcber klassische Stellenanzeigen kaum zu erreichen. Wer diese Zielgruppe gewinnen m\u00f6chte, muss sie zun\u00e4chst identifizieren, individuell ansprechen und von einem Wechsel \u00fcberzeugen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das unterscheidet die Besetzung von F\u00fchrungspositionen grundlegend von vielen anderen Recruiting-Prozessen. An die Stelle einer m\u00f6glichst gro\u00dfen Reichweite tritt die gezielte Ansprache ausgew\u00e4hlter Pers\u00f6nlichkeiten. Dieser Ansatz bildet die Grundlage des Executive Search beziehungsweise Direct Search und kann insbesondere bei anspruchsvollen F\u00fchrungspositionen den entscheidenden Unterschied machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Kern verl\u00e4uft Executive Search in drei Schritten:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Zun\u00e4chst wird das Anforderungsprofil nicht nur fachlich, sondern auch kulturell und pers\u00f6nlich gesch\u00e4rft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Anschlie\u00dfend identifizieren erfahrene Search-Consultants passende Pers\u00f6nlichkeiten. Viele von ihnen kommen selbst aus der jeweiligen Branche und bringen ein gewachsenes Netzwerk mit, ja mitunter kennen sie bereits m\u00f6gliche Kandidat:innen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Im direkten, vertraulichen Gespr\u00e4ch wird dann gepr\u00fcft, ob Position und Kandidat:in wirklich zueinander passen, bevor \u00fcberhaupt eine Bewerbung im klassischen Sinne stattfindet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Fazit: F\u00fchrungspositionen bleiben attraktiv \u2013 nur eben nicht mehr von selbst. Wer das erkennt und entsprechend handelt, sichert sich schon heute einen Vorsprung im Wettbewerb um die F\u00fchrungskr\u00e4fte von morgen<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fchrungspositionen: Sie bieten Prestige und Gestaltungsr\u00e4ume, versprechen eine attraktive Verg\u00fctung \u2013 und gelten bis heute als Meilensteine einer erfolgreichen Karriere. Eigentlich gute Gr\u00fcnde, um High Potentials und erfahrene Arbeitskr\u00e4fte f\u00fcr eine Leitungsfunktion zu begeistern. Doch die Kandidat:innen stehen keineswegs Schlange, wenn eine solche Position zu besetzen ist. 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